Dr. Volker Schmidt: „Gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen!“

Die erste Verhandlungsrunde war geprägt von der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie derzeit befinden. Die Situation der Branche war schon Anfang des Jahres kritisch. Und sie hat sich durch die Corona-Pandemie noch einmal dramatisch verschärft.

„Der Einbruch der Wirtschaft war in diesem Jahr von historischem Ausmaß. Über 80 Prozent unserer Betriebe haben 2020 einen Nachfrageeinbruch erlitten. Das zeigt, wie sehr ein Großteil der Metall- und Elektroindustrie jetzt schon auf dem Zahnfleisch geht. Wir brauchen Stabilität und keine weiteren Kostenbelastungen. Denn sonst laufen wir Gefahr die Branche vor die Wand zu fahren.“, sagte der Verhandlungsführer von NiedersachsenMetall, Torsten Muscharski.

Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt betonte im Anschluss an die heutige Runde: „Wir müssen eine tarifpolitische Antwort finden auf die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte unseres Landes im Zuge der Pandemiebekämpfung. Und wir müssen tarifpolitische Antworten finden auf den Scherbenhaufen, den uns die Politik in Berlin und in Brüssel mit ihrem ideologisch motivierten Kampf gegen die deutsche Automobilindustrie, gegen die Verbrennertechnologie tagtäglich vor die Tür legt. Denn 62 Prozent der Industriearbeitsplätze in Niedersachsen hängen am Auto. Das sind die schlichten Tatsachen. Als Tarifvertragsparteien müssen wir jetzt den Beweis antreten, dass wir in der Lage sind, gemeinsam konstruktive Antworten auf die größten Herausforderungen zu geben, denen sich die norddeutsche Industrie seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland gegenübersieht.“

Dabei müsse auch der IG Metall klar sein, dass der Verteilungsspielraum für die Tarifparteien gleich Null sei, betonte Schmidt. Er fügte hinzu, dass nach seinem Eindruck die IG Metall den Ernst der Lage weitgehend erkannt habe, wenn man auch in den Antworten noch weit auseinanderliege. „Gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen, darum geht es jetzt“, erklärte Schmidt.

Die nächste Verhandlung ist für den 20. Januar 2021 terminiert.