Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander: „Rückkehr zum Vorkrisenniveau dauert länger als erhofft“

Berlin. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die Ergebnisse der vierten repräsentativen Umfrage unter den Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie vorgelegt. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander erklärte dazu: „Deutschlands wichtigste Branche hat zwar einen ersten Schritt aus der Krise heraus getan, die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird aber länger dauern als erhofft.“ Dies werde wahrscheinlich noch bis Mitte des Jahrzehnts dauern. An der Umfrage, die vom 28. September bis 2. Oktober 2020 durchgeführt wurde, nahmen 1.825 Mitgliedsunternehmen der M+E-Verbände teil.

Bei der Produktion liegt die M+E-Industrie in den ersten acht Monaten rund 19 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Beim Umsatz erwarten 72 Prozent der Unternehmen für das Jahr 2020 einen Rückgang – und zwar im Durchschnitt um 23 Prozent. 50 Prozent der Unternehmen geben an, nicht absehen zu können, wann bei der Produktion das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird. Der Anteil der Unternehmen, die nach eigener Einschätzung schon Ende 2020 oder Mitte 2021 das Niveau vor der Corona-Krise (Januar 2020) wieder erreichen können, ist sogar gegenüber der vorherigen Umfrage im Juni um je vier Prozentpunkte auf 16 bzw. 18 Prozent gesunken. Insgesamt stufen die Unternehmen ihre Betroffenheit durch Corona zwar als geringer ein als noch im Juni – der Anteil der Betriebe, die „sehr stark“ oder „stark“ betroffen sind, ist von 47 auf 31 Prozent gesunken –, trotzdem muss damit immer noch ein knappes Drittel der Unternehmen die Produktion erheblich einschränken.

Die nach wie vor instabile wirtschaftliche Lage wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten aus. Die Zahl der Betriebe, die Kündigungen aussprechen müssen, um ihren Personalbestand anzupassen, steigt zwar, bleibt aber mit knapp neun Prozent vergleichsweise gering.

An der Ausbildung wollen die Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation festhalten. 69 Prozent planen in 2021, ihr Ausbildungsniveau zu halten, rund 9 Prozent sogar eine Erhöhung. Unter den Unternehmen, die weniger ausbilden, gaben rund 60 Prozent die Corona-Krise als Grund an. Durch den anstehenden Strukturwandel sahen rund 40 Prozent der Unternehmen weniger Personal- und damit auch weniger Ausbildungsbedarf. Trotz Corona und Strukturwandel fehlen den Betrieben auch geeignete Bewerber. Immerhin 16 Prozent gaben das als Grund für eine geringere Zahl an Ausbildungsplätzen an.

Alle Ergebnisse der Umfrage unter www.gesamtmetall.de/corona-umfrage-oktober