Gesamtmetall zur Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands: „Bemerkenswerte Verdrängung“

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Dr. Rainer Dulger, erklärt zu der Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands für die Tarifrunde 2021:

„Die Metall- und Elektro-Industrie liegt nach wie vor weit unter dem Niveau, auf dem sie vor Corona und Rezession bereits war. Erst dann, wenn wir den Einbruch aufgeholt haben und dort sind, wo wir schon einmal waren, kann man von Wachstum sprechen, und erst ab dann gibt es überhaupt irgendeinen Verteilungsspielraum.

Ich begrüße zwar die Einsicht, dass angesichts des Wirtschaftseinbruchs und des Strukturwandels die Sicherheit der Arbeitsplätze im Mittelpunkt stehen muss. Sichere Arbeitsplätze gibt es nur mit wettbewerbsfähigen Produkten und Standortbedingungen. Jetzt so zu tun, als haben die Bedingungen, für die die Tarifparteien eine große Verantwortung tragen, nichts damit zu tun, ist eine bemerkenswerte Verdrängung.

Dass die wirtschaftliche Lage der Unternehmen unterschiedlich ist, stimmt auch. Diesen Hinweis hat die IG Metall in guten Zeiten nicht gelten lassen, aber die späte Einsicht ist zu begrüßen. Dafür passende Lösungen zu finden ist auch unser Ziel.

Wir haben schwierige Verhandlungen vor uns. Dabei müssen wir auch unter Beweis stellen, dass der Flächentarif nicht nur in guten Zeiten Antworten findet, sondern auch in schwierigen Zeiten für Beschäftigte und Unternehmen einen Vorteil bietet. Es geht um viel. Dass wir uns vor Beginn der Verhandlungen dabei nicht einig sind, liegt in der Natur der Sache. Am Ende müssen wir uns einig sein. Bislang ist uns das immer wieder gelungen. Es wird auch dieses Mal gelingen. Wenn wir gemeinsam anpacken.“