M+E MITTE-Verhandlungsführer Johannes Heger: „Wir wollen gemeinsam Lösungen zum Strukturwandel und zur Beschäftigungssicherung finden“

Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland haben heute die Verhandlungen mit der IG Metall fortgesetzt. Die M+E MITTE-Arbeitgeber legten den Gewerkschaftsvertretern die Struktur eines Angebots vor. Verhandlungsführer Johannes Heger fasst die Eckpfeiler zusammen: „Die Wirtschaftslage ist weiterhin unsicher. Wir sehen für 2021 keinen Verteilungsspielraum, können aber für das erste Halbjahr 2022 eine Einmalzahlung und für das zweite Halbjahr eine Anhebung der Entgelttabellen für die folgenden 12 Monate anbieten. Dies lässt den Unternehmen Zeit, um dem negativen Trend bei Produktivität und Umsatz entgegenzuwirken. Die Situationen in unseren Mitgliedsunternehmen sind sehr unterschiedlich. Daher wird dieses Angebot mit der Vereinbarung einer dauerhaften und automatischen Differenzierung verknüpft. Diese beruht auf objektiven wirtschaftlichen Kennzahlen der Unternehmen.“ Das Angebot der Arbeitgeberseite umfasst darüber hinaus, gemeinsam verlässliche Wege zu suchen, die optionale tarifliche Regelungen zur Begleitung des Strukturwandels  und optionale Angebote zur Beschäftigungssicherung im Betrieb eröffnen. Die Gespräche brachten noch kein Ergebnis für die rund 1.400 Mitgliedsunternehmen und ihre 380.000 Beschäftigten. Die Tarifparteien werden die Verhandlungen in einem noch zu vereinbarenden Termin fortsetzen.

„Die M+E-Unternehmen im Bezirk Mitte haben im vergangenen Jahr rund 14 Milliarden Euro Umsatz im Vergleich zu 2019 eingebüßt. Oder anders gesagt: für jeden Beschäftigten in unserer Region sind uns im ersten Jahr der Pandemie bereits 38.000 Euro Umsatz verloren gegangen. Das tut weh, weil trotz Kurzarbeit die meisten Kosten weitergelaufen und neue hinzugekommen sind. Die Ursachen hierfür reichen von der Corona-bedingten Umstellung der Schichtpläne bis zum Aufbau neuer Lieferketten“, erklärt Heger die Ausgangsituation. „Selbst langsam steigende Umsätze können die seit 2018 rezessionsbedingten und seit 2020 pandemiebedingten Einbußen nicht kompensieren.“ Die außerordentlichen Aufgaben, die Strukturwandel, Digitalisierung und Klimaschutz mit sich bringen, können aber nur mit beträchtlichen Investitionen in Technologie und Personalqualifizierung gelöst werden. Heger weiter: „Dieser Raum für Investitionen ist die Grundvoraussetzung für Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung.“

Forderungen der Gewerkschaft nach Möglichkeiten zur Einflussnahme auf strategische unternehmerische Entscheidung erteilte Heger ebenso eine Absage, wie auch einer Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich. „Das Modell ‚Mehr Geld für weniger Arbeit‘ ist das Gegenteil von Beschäftigungssicherung.“ Verhandlungsführer Johannes Heger abschließend: „Unsere Vorschläge zeigen einen Weg auf, wie in dieser Tarifrunde zügig eine gute Lösung am Verhandlungstisch gelingen kann. Jetzt ist es an der Gewerkschaft konstruktiv mit unseren Vorschlägen umzugehen, statt mit Warnstreiks zu drohen.“