ME-Saar-Hauptgeschäfsführer Martin Schlechter: „Corona und Strukturwandel stellen die M+E-Industrie im Land vor eine einmalige Herausforderung“

„Die Corona-Pandemie hat unsere Unternehmen massiv getroffen. Lieferketten sind weltweit zusammengebrochen, Aufträge verloren gegangen, die Produktion konnte nur unter widrigen Bedingungen aufrechterhalten werden.“ So beschreibt ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter die Lage der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes. „Für die Firmen geht es jetzt vor allem darum, die Krise zu überwinden und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.“

Angesichts des heutigen Aktionstags der IG Metall Mitte betont Schlechter, dass es jetzt gilt, gemeinsam als Arbeitgeber und Arbeitnehmer Bedingungen zu schaffen, die auch künftig Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sichern. Denn Corona trifft die Metall- und Elektroindustrie zur Unzeit. „Seit 2019 befindet sich die Branche in der Rezession. Auch ohne Corona stehen mit dem Strukturwandel in der Automobilindustrie und der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft Themen auf der Tagesordnung, die hohe Investitionen erfordern“, sagt Schlechter. „Durch die Pandemie sind die Liquiditätsreserven vieler Unternehmen massiv geschrumpft.“ Gleichzeitig habe Corona wie ein Katalysator dazu geführt, dass sich der Strukturwandel mit Automatisierung, Digitalisierung und einem Wandel der Antriebstechnik noch beschleunigt hat. „Unsere Unternehmen brauchen jetzt Kostensenkungen, keine Kostensteigerungen.“

Krisenbewältigung und Transformation sind jedoch – anders als von der IG Metall behauptet – längerfristige Projekte. Der Strukturwandel in der M+E-Industrie war schon lange vor Corona ein Thema. Kern dabei ist es, neue, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich von überholten Modellen zu trennen. Corona hat dazu beigetragen, dass einige funktionierende Geschäftsmodelle innerhalb weniger Wochen keine Basis mehr haben. Diese trotz fehlender Aussichten am Leben zu halten, schadet letztlich Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen.

Schlechter betont, dass jetzt im Vordergrund stehen muss, jede unnötige Belastung von den Unternehmen fernzuhalten. Das gilt einerseits für geplante politische Vorhaben wie das Lieferkettengesetz, aber auch für zusätzliche Kosten, wie sie beispielsweise bei einer Vier-Tage-Woche mit Lohnausgleich entstehen würden. „Auch wenn wir aktuell ausgehend von einer sehr niedrigen Basis eine konjunkturelle Erholung sehen, dürfen wir nicht vergessen, welchen Absturz wir innerhalb weniger Monate erlebt haben. Es wird noch viele Jahre dauern, bis wir das Niveau von Dezember 2018 vor Beginn der Rezession erreichen werden.“

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