Metall-NRW-Hauptgeschäftsführer Dr. Luitwin Mallmann: „IG Metall sollte Bewegung am Verhandlungstisch ohne Warnstreikaktionen auf der Straße zeigen“

Als „unnötig und überflüssig“ haben die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber den Beginn der landesweiten Warnstreiks der IG Metall in den Betrieben dieses Industriezweigs kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Dr. Luitwin Mallmann, sagte am Mittwoch in Düsseldorf, die Protestaktionen der Gewerkschaft erschwerten die Fortsetzung der Verhandlungen zur Lösung der Tarifrunde 2021. „Es ist schade, dass die Gewerkschaft in der Pandemie auf diese Maßnahmen aus dem Archiv früherer Tarifrunden nicht verzichten will“, erklärte Mallmann. Die auf funktionierende internationale Lieferketten angewiesene Industrie befinde sich angesichts der infektionsbedingt unsicheren Situation an den Landesgrenzen ohnehin schon in einer akuten Bedrohungslage. Dieser Druck werde durch die Warnstreiks der IG Metall jetzt noch einmal erhöht. Die Gewerkschaft müsse sich fragen lassen, wie sie es mit ihrem Ziel der Beschäftigungssicherung vereinbaren könne, „wenn sie jetzt auch noch die Betriebe in Schwierigkeiten bringt, die noch genug zu tun haben“.

Die Metallarbeitgeber bekräftigten erneut ihr Angebot, mit der IG Metall auf Basis der bereits vorgelegten Struktur verlässliche und faire tarifliche Bedingungen bis 2022 und darüber hinaus zu vereinbaren. „Hierfür wäre es hilfreich, wenn die Gewerkschaft nun Bewegung am Verhandlungstisch ohne Warnstreikaktionen auf der Straße zeigt“, betonte Mallmann. Viele Geschäftspartner jenseits der deutschen Grenzen hätten kein Verständnis dafür, dass die Gewerkschaft in dieser pandemiebedingten Ausnahmesituation die internationalen Kunden- und Lieferantenbeziehungen zusätzlich störe. Die Metallarbeitgeber jedenfalls hätten kein Interesse daran, die Tarifrunde 2021 unnötig in die Länge zu ziehen. Beide Tarifvertragsparteien stünden zu dem Ziel der Beschäftigungssicherung. Das werde aber nicht mit einer noch längeren Phase tarifpolitischer Unsicherheit gelingen, sondern nur durch eine schnelle, tragfähige und belastbare Lösung der Tarifrunde. „Warnstreikaktionen machen unsicher, schaffen aber keine Perspektive, die die Beteiligten dringend erwarten“, so Mallmann.