Regionaler Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie erzielt

Pilotabschluss aus NRW im südwestlichen Niedersachsen übernommen

Heute fand in Osnabrück die vierte Tarifverhandlung für rund 16.900 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim statt. Der in Nordrhein-Westfalen Ende März erzielte Pilotabschluss wurde auf die Region übertragen. Mit dem Verhandlungsergebnis konnte eine komplexe Tarifrunde in einem konjunktur- und pandemiebedingt sehr schwierigen Umfeld beendet werden.

Für Dr. David Frink, Verhandlungsführer der regionalen Bezirksgruppe von NiedersachsenMetall und Vorstandsvorsitzender der Krone-Gruppe in Spelle, ist das erzielte Gesamtpaket ein gelungener Kompromiss. Angesichts der derzeitigen Krisensituation sei es von zentraler Bedeutung gewesen, hohe langfristige Kostensteigerungen zu vermeiden. Mit der Zahlung einer Corona-Beihilfe von 500 € in 2021 und der Gewährung einer neuen wiederkehrenden Sonderzahlung in Höhe von 18,4 % eines Monatsentgelts ab 2022 sei dies gelungen. „Wir wollten außerdem eine Lösung, die der heterogenen Lage in den Betrieben Rechnung trägt, Flexibilität ermöglicht und nicht alle über einen Kamm schert. Daher ist für uns die vereinbarte vereinfachte Differenzierung wichtig“ hob Frink mit Blick auf die Möglichkeit hervor, bei schlechter betrieblicher Lage einen tariflichen Entgeltbestandteil zeitlich zu verschieben oder auszusetzen. Er begrüßte ausdrücklich die Planungssicherheit durch die 21-monatige Laufzeit des Tarifvertrags. „Das bringt in dieser unsicheren Zeit ein wichtiges Stück Verlässlichkeit und Ruhe in die Unternehmen. Im Herbst 2022 haben wir hoffentlich die Folgen der Corona-Pandemie überwunden und können uns mit voller Kraft den Aufgaben des Strukturwandels und des Wettbewerbs stellen“, so Frink. Zur Begleitung tariflicher Transformationsprozesse stehe mit dem neuen Tarifvertrag „Aufbau und Sicherung von Beschäftigung, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft“ nun optional ein tariflicher Rahmen zur Verfügung, den die Betriebsparteien zur Gestaltung des Wandels nutzen können, wenn gewünscht.

„Alles in allem ist es in NRW sehr gut gelungen, einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen in einen Tarifvertrag mit innovativen Bestandteilen zu fassen. Wir sind froh, dass wir diesen Abschluss in unsere Region 1:1 übertragen und damit für eine aktive Zukunftsgestaltung in den Betrieben überschaubare Rahmenbedingungen vereinbaren konnten“, sagte Frink.

 

Bildunterschrift: Der Tarifabschluss für die regionale Metall- und Elektroindustrie trägt die Unterschriften der beiden Verhandlungsführer Dr. David Frink (NiedersachsenMetall) und Carsten Maaß (IG Metall) (v. l. n. r.)

Bildnachweis: IAV