vbm legt strukturelles Angebot für Tarifrunde 2021 vor

Der vbm ist bereit, zur Begleitung der Transformation im Strukturwandel gemeinsam mit der IG Metall optionale tarifliche Regelungen für die Betriebe zu entwickeln, die passgenaue betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Zur Beschäftigungssicherung schlägt der vbm vor, mit der IG Metall optionale Angebote für die Betriebe zu entwickeln, die über die gegenwärtige Krisensituation hinaus Bestand haben und auch im Strukturwandel Bedeutung erlangen können. Darüber hinaus bietet der vbm für das erste Halbjahr 2022 eine Einmalzahlung an und im zweiten Halbjahr 2022 eine Anhebung der Entgelttabellen für mindestens 12 Monate. Der vbm verknüpft dieses Angebot mit der Vereinbarung einer automatischen Differenzierung zur Kostenentlastung für Betriebe in der Krise.

„Unser Angebot berücksichtigt die Interessen beider Seiten – die der Unternehmen, aber auch die der Beschäftigten. Wenn wir uns bei den qualitativen Themen weiter angenähert haben, kann eine entsprechende Konkretisierung erfolgen“, erklärte vbm Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke. Das Angebot enthält neben der finanziellen Perspektive für die Beschäftigten die Möglichkeit, optionale Angebote zur Beschäftigungssicherung und verlässliche Rahmenbedingungen für den Abschluss von Transformationstarifverträgen zu entwickeln. Durch die längere Laufzeit und die Möglichkeit zu einer Entlastung in den Betrieben, in denen es notwendig ist, schützt es die Unternehmen vor Überforderung.

„Mit diesem ausgewogenen Angebot leisten wir einen großen Beitrag zur Lösung dieser Tarifrunde. Auf dieser Grundlage wollen wir weiterreden und sehen, dass wir zu einer raschen und friedlichen Einigung kommen“, so Renkhoff-Mücke. Der vbm gibt zu bedenken, dass im Januar 2021 noch gut 125.000 M+E-Beschäftigte in Bayern in Kurzarbeit waren. „Aktuell haben zahlreiche Unternehmen mit Problemen in der Materialversorgung zu kämpfen. Die Automobilindustrie mit der Halbleiter-Problematik ist ein Beispiel dafür. Die Auswirkungen der aktuellen Grenzschließungen verschärfen diese Situation nochmals. Die Corona-Pandemie wird uns weiter belasten. Wir müssen den im Frühjahr 2020 eingeschlagenen Weg der Beschäftigungssicherung konsequent weitergehen. Entgelterhöhungen im Jahr 2021 passen dazu nicht. Wir erwarten, dass der Tarifpartner diese Situation anerkennt“, erklärt Renkhoff-Mücke.

Nach einer aktuellen Mitgliederumfrage rechnet nur jeder zweite M+E Betrieb in Bayern damit, bis Ende des Jahres wieder das Vor-Rezessions-Niveau erreicht zu haben. Jeder Zehnte rechnet erst nach 2022 damit, knapp 22 Prozent können dies derzeit noch nicht abschätzen. „Das sind die Fakten, die die IG Metall berücksichtigen muss. Einfach ein `Weiter so´ ist aus der Zeit gefallen. Die Tarifbindung steht ernsthaft in Gefahr. In der aktuellen Tarifrunde bleibt Maßhalten das Gebot der Stunde und Streiks nach Ende der Friedenspflicht sind völlig unangebracht. Das schadet dem Verhältnis der Tarifpartner dauerhaft“, betont Renkhoff-Mücke und ergänzt: „Wir wollen mit Optimismus in die Zukunft blicken, dafür brauchen wir auch einen zukunftsfähigen Tarifabschluss. Dieser muss durch die automatische Differenzierung Rücksicht auf die heterogene Lage der M+E Industrie nehmen – zum Wohle der Beschäftigten.“