vbm-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke: „Forderungen der IG Metall realitätsfremd“

Die erste Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie wurde heute in München ohne Ergebnis vertagt. „Wir hatten einen sachlichen und konstruktiven Austausch. Die Forderungen der IG Metall bleiben aber realitätsfremd. Wir stehen nach Jahren hoher Lohnzuwächse vor einem Wendepunkt und erwarten daher schwierige Verhandlungen“, kommentiert die Verhandlungsführerin des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Angelique Renkhoff-Mücke.

Die vbm Verhandlungsführerin betont die schwierige Lage in der bayerischen M+E-Industrie. „Es wird Zeit brauchen, bis wir die Rezession hinter uns lassen können und wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben werden. Strukturwandel, Transformation, Digitalisierung und die Corona-Pandemie erfordern den Unternehmen alles ab. Die Lage ist für viele Unternehmen sehr ernst. Gebot der Stunde ist es, die Existenz der Unternehmen zu sichern und damit auch Arbeitsplätze zu erhalten. Wir brauchen flexible Lösungen, Luft für Investitionen und geringere Arbeitskosten. Was wir nicht brauchen sind tarifliche Vorgaben über die Festlegung konkreter Investitions- und Produktperspektiven, über Maßnahmen zur Personalentwicklung und über den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Das ist nicht umsetzbar. Unternehmerische Entscheidungen unterliegen nicht der Tarifmacht, das Risiko von unternehmerischen Entscheidungen und deren Folgen liegt bei den Unternehmern und muss auch dort bleiben“, betont Renkhoff-Mücke.

Kein Beitrag für eine Beschäftigungssicherung ist für die Verhandlungsführerin die Forderung einer Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich. „Für weniger Arbeit kann es nicht mehr Lohn geben. Eklatante Wettbewerbsnachteile aufgrund steigender Arbeitskosten wären die Folge. Im Ringen um die Sicherung des Standorts Bayern wäre ein Teillohnausgleich ein fataler Fehler. Zumal der Tarifvertrag zur Beschäftigungsentwicklung bereits die Absenkung auf 29 Wochenstunden vorsieht – bei gleichzeitiger Entgeltabsenkung. Hier zeigt sich, dass die IG Metall vor allem auf Inhalte setzt, die die Arbeitskosten in die Höhe treiben. Das können und werden wir nicht mittragen“, betont Renkhoff-Mücke.

Der vbm appelliert an die Kompromissbereitschaft der IG Metall in den weiteren Verhandlungen. „Wir wollen Planungssicherheit für die Unternehmen, ein tragfähiges Ergebnis innerhalb der Friedenspflicht und eine dauerhafte, praktikable und verlässliche Differenzierung für die Unternehmen mit einfachen und automatischen Kriterien“, fordert Renkhoff-Mücke und ergänzt: „Die Erwartung unserer Unternehmen ist, dass die Tarifpolitik den Aufholprozess und Strukturwandel fördert und unterstützt – keinesfalls aber konterkariert.“