Verhandlungsführer der Arbeitgeber Dr. David Frink: „Arbeitgeber brauchen Planungssicherheit und Flexibilität“

Heute Nachmittag fand in Osnabrück die zweite Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim statt. Für die Arbeitgeberseite setzte sich als Verhandlungsführer Dr. David Frink für einen lösungsorientierten Verlauf, längerfristige Planungssicherheit und Flexibilität ein.

Der Vorstandsvorsitzende der Bernard Krone Holding SE & Co. KG in Spelle machte deutlich, dass die regionalen Unternehmen nach der schweren Rezession mit ihren Produktionseinbrüchen immer noch im Aufholprozess seien. Auch wenn die M+E-Industrie vom Lockdown nicht unmittelbar betroffen sei, hätten die Risiken doch spürbar zugenommen. Vor allem die weltweite Investitionsunsicherheit mache den Unternehmen zu schaffen, weil Aufträge nach wie vor ausblieben.

Andererseits bräuchten die Unternehmen längerfristige Planungssicherheit über das Kalenderjahr hinaus, um mit Kraft die Transformationsaufgaben anzugehen und selbst investieren zu können. „Nahezu alle stecken im Strukturwandel, aber die Branche ist sehr heterogen aufgestellt“, so Frink. Die unterschiedliche Betroffenheit in der Corona-Krise habe diese Heterogenität noch weiter verstärkt. „Wenn man es objektiv betrachtet, kann man die Unternehmen nicht über einen Kamm scheren. Deshalb brauchen wir Flexibilität und Variationsmöglichkeiten im Flächentarifvertrag“, betonte Frink. Dies sei eine wichtige strukturelle Aufgabe für die diesjährige Tarifrunde. Raum für Entgelterhöhungen sieht Frink angesichts der aktuellen Lage und der ohnehin sehr hohen Arbeitskosten nicht. In der Krise gelte: Lohnzurückhaltung sichert Arbeitsplätze.