VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser: „Fairer Kompromiss in schwieriger Zeit“

In der heutigen Runde der Tarifverhandlungen haben sich der Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen (VMET) und die IG Metall Mitte darauf geeinigt den Pilotabschluss der nordrheinwestfälischen Metall- und Elektroindustrie auch für Thüringen zu übernehmen.
Der Tarifvertrag enthält folgende Eckpunkte:

  • Corona-Beihilfe für Beschäftigte in Höhe von 500 Euro im Juni 2021
  • Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts im Februar 2022 und ab Februar 2023 von 27,6 Prozent auch eines Monatsgehalts, dass künftig jährlich gezahlt wird
  • automatische Differenzierung: die tarifliche Leistung des T-Zug (B), die im Oktober fällig wird, kann in Abhängigkeit von unzureichenden Unternehmensergebnissen verschoben werden oder entfallen
  • optionale tarifliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung und zur Begleitung betrieblicher Transformationsprozesse
  • Laufzeit: 1. Januar 2021 bis 30. September 2022

VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser bezeichnet das Ergebnis „als fairen Kompromiss, der in schwieriger Zeit erzielt und vor allem den Firmen in wirtschaftlich schwieriger Lage Kostenentlastungen ermöglicht, ohne Betriebsrat oder Gewerkschaft hinzuzuziehen. In diesem Jahr wirkt der bestehende Tarifvertrag weiter. Das war uns angesichts der heterogenen Lage in der Industrie besonders wichtig.“ Mit der vereinbarten automatischen Differenzierung sei eine Kostenentlastung für Firmen in schwieriger wirtschaftlicher Lage erreicht. Die im Oktober fällige T-Zug (B)-Zahlung könne für Firmen in schwieriger Lage verschoben werde, so Kaeser weiter, oder bei einer Nettoumsatzrendite von unter 2,3 Prozent durch einfache Erklärung entfallen. Das erleichtere das Prozedere in schwieriger Situation ungemein.
Um Beschäftigung im betrieblichen Transformationsprozess zu sichern, vereinbarten die Tarifparteien einen tariflichen Rahmen, innerhalb dessen Betriebsparteien betriebliche Transformationsprozesse begleiten können. „Auf Basis einvernehmlich erarbeiteter betrieblicher Analysen können Gespräche über die Zukunft des Betriebes erfolgen – dieser Prozess kann aber nicht einseitig durch eine Betriebspartei erzwungen werden“, machte der VMET-Chef deutlich.

Insgesamt sei das Verhandlungsergebnis ein Erfolg in schwieriger Zeit, sagte Kaeser. Es ermögliche unseren Firmen Planungssicherheit und Flexibilität bei geringen Neubelastungen. Diese durchaus nicht einfache Einigung beweise dennoch Handlungsfähigkeit der Tarifpartner unter Pandemiebedingungen im Interesse der Beschäftigten und Betriebe.