VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser: „Wir haben heute einen ausgewogenen Vorschlag zur Struktur eines Abschlusses vorgelegt“

In Thüringen fand heute die dritte virtuelle Verhandlung in der Tarifrunde 2021 für 18.400 Beschäftigte statt. In der dritten Runde der Verhandlungen zwischen VMET und der IG Metall Mitte legten die Arbeitgeber heute einen Vorschlag zur Struktur eines Tarifabschlusses vor.
Im Einzelnen schlägt der VMET vor:

  • die Entwicklung optionaler tariflicher Regeln, die Betrieben passgenaue Gestaltungsmöglichkeiten zur Beschäftigungssicherung und zur Begleitung von Strukturwandel und Transformation eröffnen,
  • eine Tarifeinigung, die auch für das Jahr 2022 und darüber hinaus gilt und so die Zahlung in einer Kombination von Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab 2022 ermöglicht,
  • die Vereinbarung einer dauerhaften automatischen Differenzierung zur temporären Kostenentlastung für Betriebe, die sich in der Krise befinden.

Im Anschluss an die Verhandlung sagte VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser: „Wir haben heute einen ausgewogenen Vorschlag zur Struktur eines Abschlusses vorgelegt, der den Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen gerecht wird.“ Man führe derzeit Tarifverhandlungen in einer Ausnahmesituation, so Kaeser weiter, die Pandemie habe Land und Wirtschaft unverändert fest im Griff.
„Die Thüringer Metall- und Elektroindustrie befindet sich weiter in einer angespannten Lage. Einer aktuellen Umfrage zu Folge hat mehr als ein Drittel der Firmen noch mit erheblichen Produktionseinschränkungen zu kämpfen, 80 Prozent haben Auslastungsprobleme und knapp ein Drittel nutzt unverändert Kurzarbeit. Das betrifft immerhin 80 Prozent der Beschäftigten. Das ist die reale Lage in den Betrieben, die wir in den Verhandlungen immer fest im Blick haben müssen. Für das Jahr 2022 bieten wir eine Einmalzahlung und eine Anhebung der Entgelttabelle an“, betonte Verhandlungsführer Thomas Kaeser.
„Viele Unternehmen hoffen, dass sie im Verlauf des Jahres 2022 das wirtschaftliche Vorkrisenniveau erreichen werden. Dieses Angebot ist eine stabile Basis, um den Verhandlungen neuen Schub zu geben und zügig ein ausgewogenes Ergebnis erreichen zu können. Die thüringischen Unternehmen benötigen Wettbewerbsfähigkeit, Stabilität und Planungssicherheit, um den Strukturwandel in der Wirtschaft zu meistern und die Beschäftigungssicherung in den nächsten Jahren konstruktiv gestalten zu können,“ so der VMET-Verhandlungsführer.