Die IG Metall sagt:

„Wir befinden uns in der schwersten Krise der Nachkriegszeit. Die Corona-Pandemie trifft die Unternehmen hart. Arbeitsplätze sind in Gefahr."

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg
Pressemitteilung vom 17.11.2020

Fakt ist:

Stimmt genau. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Die IG Metall sagt:

„Wir brauchen vier Prozent mehr Volumen zur Stärkung der Entgelte sowie für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung."

Pressemitteilung vom 26.11.2020

Fakt ist:

Wenn wir Arbeitsplätze sichern wollen, dann darf Arbeit nicht noch teurer werden. Sichere Arbeitsplätze helfen mehr als jede Tariferhöhung. Denn es geht in einer Krise nicht darum, vier Prozent mehr Geld zu haben. Es geht darum, 60.000 Euro im Jahr zu haben - oder eben auch nicht. So hoch ist das durchschnittliche Jahreseinkommen bei M+E.

Die IG Metall sagt:

„Vier Prozent mehr Volumen ist angemessen."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Pressemitteilung vom 26.11.2020

Fakt ist:

Es gibt kein Verteilungsspielraum. Erst dann, wenn wir den Einbruch wettgemacht haben, kann man von Wachstum reden, und erst dann gibt es wieder etwas, was zu verteilen wäre.

Die IG Metall sagt:

„Die Vorschläge zur Vier-Tage-Woche und zu Zukunftstarifverträgen sind Antworten auf die digitale und ökologische Transformation. Damit wollen wir den Beschäftigten Perspektiven geben, denn die Verunsicherung reicht inzwischen tief in die Stammbelegschaften hinein."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Pressemitteilung vom 26.11.2020

Fakt ist:

Arbeitsplätze kann man nur auf eine einzige Weise sichern: Indem man Kunden gewinnt. Je mehr Kunden bestellen, desto mehr Arbeitsplätze werden für die Produktion benötigt. Das gelingt sicher nicht, indem man die Arbeit noch teurer macht.

Die IG Metall sagt:

„Durch die Pandemie ist der private Verbrauch in diesem Jahr eingebrochen und als Wachstumsmotor ausgefallen. Vier Prozent mehr Volumen stützen die Binnenkonjunktur."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Pressemitteilung vom 26.11.2020

Fakt ist:

Größere Anschaffungen tätigen Menschen, wenn sie sicher sind, ihren Arbeitsplatz zu behalten. Der Binnenkonsum hängt nicht an vier Prozent mehr – er hängt an 60.000 Euro im Jahr.

Die IG Metall sagt:

„Die Kaufkraft der Beschäftigten muss gestärkt werden."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Frankfurter Neue Presse vom 30.10.2020

Fakt ist:

Warum weigert sich die IG Metall dann kategorisch, den M+E-Beschäftigten durch Steuer- und Beitragssenkungen zu mehr netto vom brutto zu verhelfen? Im Übrigen stärken wir Kaufkraft nur auf eine einzige Weise: wenn wir Arbeitsplätze sicherer machen. Und das hängt ausschließlich daran, dass ausreichend viele Kunden bei uns kaufen, denn die Menge der Bestellungen bestimmt darüber, wieviel Arbeit da ist. Und für jeden Kunden ist der Preis der Ware ein wesentlicher Faktor - ganz egal, ob das ein privater Kunde ist, der Äpfel kauft, oder ein industrieller Kunde, der eine Werkzeugmaschine bestellt.

Die IG Metall sagt:

„Die Produktionsentwicklung und die Auftragseingänge weisen auf eine Erholung der Industrie hin."

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen
Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16.10.2020

Fakt ist:

„Weil die Krise wohl deutlich länger dauert und es keine schnelle, V-förmige Erholung gibt, ist ein nochmal verlängertes Kurzarbeitergeld nötig."

IG Metall Ulm
Südwestpresse vom 20.11.2020

Die IG Metall sagt:

„Wir hören jeden Tag von Entlassungs- und Verlagerungsplänen. Insoweit ist der Versuch eines Moratoriums [Tarifrunde 2020] gescheitert. Die IG Metall ist in Vorleistung gegangen, die Arbeitgeber hatten offenbar nie vor, ihrer Verantwortung nachzukommen."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Handelsblatt vom 16.10.2020

Fakt ist:

Zwischenzeitlich 1,7 Millionen Beschäftigte der M+E-Industrie in Kurzarbeit: Die Unternehmen haben die teure Kurzarbeit genutzt, um ihre Belegschaften in der größten Krise der Nachkriegszeit so weit wie möglich halten zu können.

Die IG Metall sagt:

„Die Kurzarbeit ist dazu da, den Konjunktureinbruch abzufedern. Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Süddeutsche Zeitung vom 26.08.2020

Fakt ist:

Bei einem Strukturwandel gibt es Tätigkeiten, die nicht mehr gebraucht werden. Da hilft eine Vier-Tage-Woche überhaupt nichts, sie macht Arbeit nur noch teurer - was nicht hilft, die Arbeitsplätze von morgen hier entstehend zu lassen.

Die IG Metall sagt:

„32 oder sogar nur 28 Stunden Wochenarbeitszeit könnten manchem schlecht ausgelasteten Betrieb helfen, die Belegschaft für bessere Zeiten zu halten."

Liane Papaioannou, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim
Pforzheimer Kurier vom 29.10.2020

Fakt ist:

Stimmt. Genau deshalb gibt es bereits den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der das auf individueller betrieblicher Ebene ermöglicht.

Die IG Metall sagt:

„Die Produktivität steigt bei kürzerer Arbeitszeit."

Liane Papaioannou, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim
Pforzheimer Kurier vom 29.10.2020

Fakt ist:

Das ist so pauschal Unsinn. Es würde bedeuten, dass die Beschäftigten in weniger Zeit noch mehr produzieren als vorher. Das ist nur möglich, wenn konzentrierter gearbeitet wird, weniger Ablenkung und weniger Leerlauf erfolgt. Im Klartext: Kaffeepausen fallen ebenso weg wie die kurze Unterhaltung mit den Kollegen anderer Abteilungen. Das ist erstens genau die Arbeitsverdichtung, die die Gewerkschaften sonst immer beklagen – und würde in der Industrie nur funktionieren, wenn die Beschäftigten bislang Leerlauf hatten oder langsam gearbeitet haben. Da haben wir eine höhere Meinung von den Beschäftigten.

Wo Unternehmen die Produktivität durch straffere Arbeitsabläufe steigern können, haben sie es längst getan. Diese Produktivitätsgewinne sind längt tarifpolitisch umverteilt.

Die IG Metall sagt:

„Eine Vier-Tage-Woche würde die Kosten reduzieren, wobei 20 Prozent weniger (Entgelt) nicht hinnehmbar sind."

Liane Papaioannou, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim
Pforzheimer Kurier vom 29.10.2020

Fakt ist:

Das Durchschnittseinkommen der Metaller liegt bundesweit bei rund 60.000 Euro (in Baden-Württemberg noch mal deutlich höher). Auf eigenen Wunsch ein paar Stunden weniger zu arbeiten ist damit kaum eine finanzielle Frage.

Der Sinn einer kürzeren Arbeitszeit bei Unterauslastung ist es, die Liquidität der Unternehmen zu schonen. Wer Arbeit verteuert, erreicht das Gegenteil.

Die IG Metall sagt:

„Seit 2018 gab es keine Erhöhung der Entgelte."

metallnachrichten 2/2020, IG Metall
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Fakt ist:

Das ist sachlich falsch: Seit 2019 gibt es das T-Zug, außerdem gab es Einmalzahlungen von 400 Euro. Alleine das T-Zug macht eine Erhöhung von 2,08 Prozent aus. Die ist dauerhaft und tarifdynamisch, wirkt also wie eine Tabellenerhöhung. Außerdem war die M+E-Industrie 2019 in einer Rezession, seit 2020 gar in der tiefsten ihrer Nachkriegsgeschichte.

Die IG Metall sagt:

„Der verteilungsneutrale Spielraum ergibt sich dabei aus der Zielinflationsrate der EZB von bis zu zwei Prozent und der Trendproduktivität von rund einem Prozent. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Entgelttabellen im März 2020 um weitere neun Monate fortgeschrieben wurden und damit die Inflationsentwicklung 2020 bisher keine Berücksichtigung fand."

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall
Pressekonferenz vom 26.11.2020

Fakt ist:

Die „Trendproduktivität" kann man ansetzen, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen. Im tiefsten Einbruch der Nachkriegsgeschichte mutet das Kriterium zynisch an. Die Zielinflation setzt die IG Metall erst seit einigen Jahren an, auch hier zufälligerweise, seit die echte Inflation unter zwei Prozent liegt. Für den Alltag ist es natürlich völlig egal, welche Inflationsrate sich die europäische Zentralbank wünscht – es zählt nur, wie hoch sie tatsächlich ist. Und die Inflation liegt aktuell bei -0,3, für das Jahr Selbst wenn man die Kriterien der IG Metall gelten lässt, lässt sich daraus kein Nachschlag ableiten.