Wirtschaftliche Lage

Für die M+E-Industrie war 2019 ein Rezessionsjahr: Die Produk­tion lag im Jahresdurchschnitt um 4,5 Prozent unter Vorjahresniveau. Für das Jahr 2020 stehen alle Prognosen unter dem Vorbehalt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht abzusehen sind. Nach einem mittleren Szenario wird die Produktion 2020 im Jahresdurchschnitt etwa -15 bis -17 Prozent unter Vorjahr liegen. Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre ist Mitte 2019 ausgelaufen. Eine Stabilisierung ist nicht vor Mitte 2021 zu erwarten.

Umsatz:
1.186,9 Milliarden Euro

Exporte:
771,0 Milliarden Euro

Investitionen:
42,2 Milliarden Euro, Gewinne nach Steuern werden vollständig reinvestiert.

Beschäftigte:
3.921.000 (Stand: Juli 2020)

Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten:
60.681 Euro im Jahr

Auszubildende: 
>200.000

Stand: 2019

Die M+E-Produktion lag im Juli/August 2020 saisonbereinigt um 17,1 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals. Das Niveau im Juli/August spiegelt die Erholung seit dem Tiefpunkt der Produktion im April wider. Unter den großen M+E-Branchen erholte sich vor allem der Fahrzeugbau – und darunter die Automobilindustrie ­– am stärksten und lag im August 49,9 Prozent über dem Niveau von Q2; bei den Herstellern von Metallerzeugnissen waren es +13,5 Prozent, im Maschinenbau +5,3 Prozent und in der Elektroindustrie +5,1 Prozent. Die Kapazitätsauslastung stieg nach dem Tiefpunkt im April 2020 (67 Prozent) im Juli auf 73,5 Prozent.

Die M+E-Beschäftigung lag im Juli 2020 mit 3.921.000 Mitarbeitern saisonbereinigt um 3,2 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Gegenüber Juni 2020 nahm die Zahl um etwa 26.600 ab. Die Beschäftigungspläne der M+E-Unternehmen lassen auf einen weiteren Beschäftigungsabbau schließen. Seit April 2019 hat die M+E-Industrie per Saldo rund 136.000 Arbeitsplätze verloren. Im Aufschwung nach der Krise 2008/09 hatte die Branche 620.000 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen und dadurch die Verluste in der Krise mehr als wettgemacht. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 481.600. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ist 2019 deutlich gesunken, von 212.000 im Juni 2018 auf 146.000 im Juni 2019. Sie lag damit bei 3,6 Prozent im Verhältnis zur Stammbeschäftigung.

Der Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise zeigt sich inzwischen sehr deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Im September 2020 gab es in den M+E-Facharbeiterberufen erheblich mehr Arbeitslose als gemeldete offene Stellen: Die Bundesagentur für Arbeit zählte in den M+E-Berufen saisonbereinigt 188.600 Arbeitslose, rund 61.000 mehr als im Vorjahresmonat. Andererseits waren 100.600 ungeförderte offene Stellen gemeldet, ein Rückgang um 51.500 gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juni 2020 gab es in der M+E-Industrie nach ersten BA-Prognosen rund 1,36 Mio. Kurzarbeiter. Die Anzeigen der M+E-Betriebe zur Kurzarbeit betrafen im Sept. rund 24.500 Personen.

Im zweiten Quartal 2020 sind die Bruttomonatsverdienste in der M+E-Industrie (Vollzeit inkl. Mehrarbeit, Kurzarbeit, ohne Sonderzahlungen) um 9,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gesunken, die Bruttostundenverdienste stiegen hingegen um 2,5 Prozent. Im Durchschnitt des Jahres 2019 sind die Monatsverdienste um 1,2 Prozent und die Stundenverdienste um 1,4 Prozent gestiegen.

Die Lohnstückkosten sind von Januar bis Juli 2020 um 12,6 Prozent deutlich gestiegen. Dabei lagen die Arbeitskosten je Stunde um 3,2 Prozent höher und die Produktivität um 8,4 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2019 waren die Lohnstückkosten um 7,5 Prozent gestiegen. Hier lagen die Arbeitskosten je Stunde um 3,3 Prozent höher und die Produktivität um 3,9 Prozent niedriger als 2018. Die Energiepreise entwickelten sich zuletzt uneinheitlich: Während im zweiten Quartal 2020 die Ölpreise (-42,4 Prozent) und Gaspreise (-26,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gesunken sind, stiegen die Strompreise um 5,8 Prozent.