Wirtschaftliche Lage

Für die M+E-Industrie war 2019 ein Rezessionsjahr: Die Produktion lag im Jahresdurchschnitt um 4,5 Prozent unter Vorjahresniveau. Für das Jahr 2020 stehen alle Prognosen unter dem Vorbehalt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht abzusehen sind. Nach einem mittleren Szenario wird die Produktion 2020 im Jahresdurchschnitt etwa -15 bis -17 Prozent unter Vorjahr liegen. Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre ist Mitte 2019 ausgelaufen. Eine Stabilisierung ist nicht vor Mitte 2021 zu erwarten.

Aktuelle Entwicklungen:
Nach einem regelrechten Absturz im zweiten Quartal 2020, hat sich die Lage im Spätsommer von niedrigem Niveau aus wieder etwas erholt: Auftragseingang und Produktion haben sich bis zum September 2020 spürbar verbessert. Auch wenn damit offensichtlich der Tiefpunkt der Entwicklung durchschritten ist, bleibt die M+E-Industrie noch deutlich unter dem Vorkrisen-Niveau und noch weit von einem Niveau voll ausgelasteter Kapazitäten entfernt. Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage hat sich im November weiter verbessert, bleibt aber im negativen Bereich.
Die Geschäftserwartungen haben sich indes im November weiter verschlechtert. Die M+E-Unternehmen mussten im Mai 2019 zum ersten Mal seit neun Jahren die Zahl der Mitarbeiter reduzieren. Bis September 2020 haben sie mehr als 154.000 Arbeitsplätze abgebaut. Die Zahl der Kurzarbeiter ist nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit von rund 1,5 Mio. im Mai auf rund 793.000 im August 2020 zurückgegangen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie scheinen die M+E-Unternehmen in den Griff zu bekommen. Der Strukturwandel – ausgelöst nicht zuletzt durch die gravierenden Veränderungen in der Automobilindustrie – rückt damit stärker in den Mittelpunkt.

Umsatz:
1.186,9 Milliarden Euro

Exporte:
771,7 Milliarden Euro

Investitionen:
42,2 Milliarden Euro, Gewinne nach Steuern werden vollständig reinvestiert.

Beschäftigte:
3.905.000 (Stand: August 2020)

Durchschnittseinkommen aller Beschäftigten:
60.681 Euro im Jahr

Auszubildende: 
>200.000

Stand: 2019

Die M+E-Produktion lag im dritten Quartal 2020 saisonbereinigt um 18,9 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals. Das Niveau im dritten Quartal spiegelt die Erholung seit dem Tiefpunkt der Produktion im April wider. Unter den großen M+E-Branchen erholte sich vor allem der Fahrzeugbau – und darunter die Automobilindustrie ­– am stärksten und lag im September 53,6 Prozent über dem Niveau von Q2; bei den Herstellern von Metallerzeugnissen waren es +16,1 Prozent, im Maschinenbau +6,4 Prozent und in der Elektroindustrie +5,5 Prozent. Die Kapazitätsauslastung stieg nach dem Tiefpunkt im April 2020 (67 Prozent) im Oktober auf 79,9 Prozent.

Die M+E-Beschäftigung lag im September 2020 mit 3.902.900 Mitarbeitern saisonbereinigt um 3,5 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Gegenüber August 2020 nahm die Zahl um etwa 5.100 ab. Die Beschäftigungspläne der M+E-Unternehmen lassen auf einen weiteren Beschäftigungsabbau schließen. Seit April 2019 hat die M+E-Industrie per Saldo rund 154.100 Arbeitsplätze verloren. Im Aufschwung nach der Krise 2008/09 hatte die Branche 620.200 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen und dadurch die Verluste in der Krise mehr als wettgemacht. In Ostdeutschland lag die Beschäftigung zuletzt bei rund 480.700.

 

Nach dem Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise stabilisiert sich der Arbeitsmarkt allmählich wieder. In den M+E-Facharbeiterberufen ist die Zahl der Arbeitslosen im November 2020 gegenüber dem Oktober saisonbereinigt leicht zurückgegangen, die Zahl der offenen Stellen zum zweiten Mal gestiegen: Die Bundesagentur für Arbeit zählte in den M+E-Berufen saisonbereinigt 183.700 Arbeitslose, rund 50.880 mehr als im Vorjahresmonat. Andererseits waren 105.700 ungeförderte offene Stellen gemeldet, ein Rückgang um 36.770 gegenüber dem Vorjahresmonat. Im August 2020 gab es in der M+E-Industrie nach ersten BA-Prognosen rund 793.000 Kurzarbeiter. Die Anzeigen der M+E-Betriebe zur Kurzarbeit betrafen im November rund 33.100 Personen.

Seit 1990 ist das tarifliche Jahresentgelt um 125 Prozent gestiegen.

Die Lohnstückkosten sind von Jan. bis Sept. 2020 um 11,1 Prozent deutlich gestiegen. Dabei lagen die Arbeitskosten je Stunde um 3,1 Prozent höher und die Produktivität um 7,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2019 waren die Lohnstückkosten um 7,5 Prozent gestiegen. Hier lagen die Arbeitskosten je Stunde um 3,3 Prozent höher und die Produktivität um 3,9 Prozent niedriger als 2018.